Du bist der wichtigste Mensch in Deinem Leben

Was führt eigentlich zum „Burnout“? Je besser es mir geht, umso mehr interessiere ich mich für den Grund dieses erzwungenen Stopps vor mittlerweile zwei Jahren – einmal um es zu verstehen und natürlich auch, damit es bloß nicht wieder passiert. Das nochmal durchzumachen wäre der reinste Albtraum….

Viele sagen, dass der Stress zum Burnout führt. Das ist natürlich eine sehr vereinfachte Erklärung, die vor allem das Problem externalisiert: wir machen die äußeren Umstände für unseren Zustand verantwortlich, die Arbeit, den Chef oder eine andere äußere Komponente. Diese mögen auch manchmal der Auslöser sein, aber hätten wir nicht selber etwas tun können, damit es gar nicht erst so weit kommt? Resilienz ist das oft genutzte Zauberwort, die Widerstandsfähigkeit, wenn man eben nicht einfach mal aus dem gerade stressigen Arbeitsleben aussteigen kann oder will.

In einem interessanten Buch bin ich auf das „Paradox der Integrität“ gestoßen – dabei dachte ich immer, Integrität sei durchweg positiv. Aber Integrität bedeutet, dass das Individuum als unteilbare Einheit gesehen wird, d.h. wir müssen den ganzen Tag, im Beruf und privat – ein und dieselbe Person sein mit ein und derselben Persönlichkeit. Und genau da setzte ein interessanter Gedankengang an, der weiterging als die bisher immer wieder aufgezählten Möglichkeiten, inneren und äußeren Stress zu reduzieren (Entspannungstechniken, Sport, soziale Kontakte, Trennung von Beruf und Privatleben, d.h. nach Feierabend keine Emails mehr lesen und auch gedanklich abschalten). Diese Methoden sind zwar auch ok, aber reichen eben nicht immer aus und sind auch nicht immer möglich (ich musste zum Beispiel auch in meiner Freizeit erreichbar sein, wenigstens telefonisch).

Wenn man aber innerlich eine Grenze zieht und eben nicht mehr ein und dieselbe Person ist, wenn man nach Hause kommt, kann diese „bewusste Abspaltung“ helfen, eine Grenze zu ziehen und die engsten Mitmenschen nicht in das mit reinzuziehen, was mich beruflich gerade beschäftigt und sie vielleicht sogar unter meinem beruflichen Stress mitleiden lassen. Es soll sogar Menschen geben, die bewusst zwischen imaginären „Räumen“ in ihrem Kopf wechseln können. Ich wünschte ja, ich könnte das auch, aber ich kann mir das einfach nicht so gut vorstellen.

Zudem bin ich überzeugt, dass auch dies nur ein Teil der Lösung ist. Häufig führen sicherlich auch innere Konflikte zu permanentem, kaum bewusstem Stress. Die erwähnten Methoden können sehr dabei helfen, den üblichen „Alltagsstress“ zu reduzieren oder sich von ihm abzuschirmen – was aber ist mit den inneren, ungelösten Konflikten? Wer von diesen gestresst wird, muss sich dessen erstmal bewusst werden und kann eine langfristige Reduktion des Stresslevels nur durch die Lösung dieser Konflikte erreichen. Oft kumulieren sich innere und äußere Konflikte bis zur total Auszehrung. Also muss man erstmal mit sich selbst ins Reine kommen. Eine Reise zu sich selbst ist allerdings gar nicht so einfach wie es sich anhört. Aber wie schon Laotse sagte: auch die längste und schwierigste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Nur Mut! Hab Vertrauen und geh los!

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