Kaffee am Morgen…

… und am Abend. Kaffeerösten ist eine Kunst für sich.

Meinen ersten selbstgerösteten Kaffee durften bereits Familie und Freunde probieren und sind hin und weg 🙂

Gerne erkläre ich Euch den Unterschied zu der industriellen Röstung:

Die Magen-Verträglichkeit des Kaffees hängt vom Röstverfahren ab – genau wie der Geschmack!

Der herkömmliche Kaffee aus dem Supermarkt bekommt meinem Magen nicht (mehr). Aber das liegt nicht am Kaffee, sondern an Art und Dauer der Röstung. Und natürlich auch am verwendeten Rohkaffee.

Große Röstereien mischen verschiedene Sorten und unterschiedliche Qualitäten und „strecken“ ihren Kaffee unter anderem mit dem günstigeren Robusta, der nicht nur mehr Koffein enthält, sondern auch nicht ganz so gut verträglich ist wie der Arabica. Der Rohkaffee wird dann  im Heißluftverfahren für 2-5 Minuten bei 600-800°C schockgeröstet. Bis zu einer halben Tonne Kaffee kann in riesigen Anlagen auf einmal geröstet werden. Wegen der kurzen Röstzeit und der extremen Hitze können die Bohnen jedoch nicht gleichmäßig geröstet werden, das heißt, außen sind die Bohnen teilweise schon verbrannt während sie innen noch roh sind. Bei diesen hohen Temperaturen entsteht außerdem das krebserregende Acrylamid. Um den verbrannten Geschmack zu überdecken wird dem Kaffee dann gerne Karamell und andere „geschmacksverbessernde Stoffe“ zugesetzt, die nicht deklariert werden müssen und daher nur auf wenigen Packungen ausgewiesen sind.

Nun ist Kaffee der Kern einer Kirsche. Die in Kaffeebohnen enthaltenen aggressiven Fruchtsäuren (Chlorogensäuren) greifen die Magenschleimhaut an. Diese Säuren werden erst während der Röstung nach und nach abgebaut.  Wenn nun der Kaffee zu schnell geröstet wird, können die Säuren nicht weit genug abgebaut werden. So bleiben in dem verbrannt-rohen Kaffee zu viel Chlorogensäuren enthalten, der den Kaffee unbekömmlich macht. Diese Reizung der Magenschleimhaut hat neben dem Geschmack der Konzernkaffees zum schlechten Ruf von Filterkaffee geführt.

Nach der schnellen, viel zu heißen Röstung wird der Kaffee mit Sprühwasser abgekühlt, was nicht nur wieder Zeit spart, sondern auch das Gewicht des Kaffees ändert, da die Bohnen dabei etwas Feuchtigkeit aufnehmen. So wird ein günstiger Kaffee hergestellt, der aber bitter und unbekömmlich ist.

Wie der Kaffee traditionell geröstet wird – und damit wieder seinen vollen Geschmack entfalten kann und sehr bekömmlich ist – ist im nächsten Beitrag beschrieben.

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